Allah Dankbarkeit erweisen

Allah Dankbarkeit erweisen

Schaich Ali Ibn Abdur-Rahman al-Hudhayfi Medina, 9. Schawwal 1423 (13. Dezember 2002)

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Alles Lob gebührt Allah, dem Herr der Welten. Möge der Frieden und der Segen Allahs auf dem Gesandten, seiner Familie und seinen Gefährten sein.

Liebe Muslime! Der Dank an Allah für Seine unzähligen Gaben ist eine der verbindlichsten Pflichten. Allah sagt:

Auch sagt Er:

Und Wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen – seine Mutter trug ihn in Schwäche über Schwäche, und seine Entwöhnung erfordert zwei Jahre -: “Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist die Heimkehr. (Luqman/31:14)

so gedenkt also Meiner, damit Ich euer ge- denke; und seid Mir dankbar und verleugnet Mich nicht. (al-Baqara/2:152)

Die größte Tat der Dankbarkeit ist an Allah zu glauben, die Pflichten der Anbetung zu erfüllen und sich von verbotenen Dingen fernzuhalten.

Die größte Tat der Undankbarkeit ist die Leugnung der Botschaft, mit der der Prophet – Allahs Heil und Segen – kam, indem man sich vom Iman (wahrer Glaube) abwendet, die Pflichten verlässt und Sünden begeht. Diesen folgt dann die Undankbarkeit anderen Gnaden gegenüber.

 

Dankbarkeit zu zeigen bringt eine große Belohnung mit sich. Allah bewahrt damit die Men- schen vor der Bestrafung und hält unerwünschte Dinge von ihm fern. Er sagt:

Auch sagt Er:

Was wird Allah aus eurer Bestrafung ma- chen, wenn ihr dankbar seid und glaubt? Und Allah ist Dankend, Allwissend. (an-Nisa’/4:147)

Das Volk Lots verleugnete die Warner. Da sandten Wir einen Steinregen über sie; aus- genommen (davon war) die Familie Lots, die Wir vor dem Morgengrauen erretteten als eine Gnade von Uns. So belohnen Wir den, der dankbar ist. (al-Qamar/54:33-35)

Durch die Dankbarkeit steigen die Gaben, und sie werden bewahrt. Allah sagt:

Und da kündigte euer Herr an: “Wenn ihr dankbar seid, so will Ich euch wahrlich mehr geben; seid ihr aber undankbar, dann ist Meine Strafe wahrlich streng.” (Ibrahim/14:7)

Wenn die dankenden Menschen ihre Belohnung und das erfreuliche Leben des Paradieses se- hen, werden sie sagen:

Sie werden sagen: “Alles Lob gebührt Allah, Der Seine Verheißung an uns erfüllt hat und uns die (Paradies-) Landschaft zum Erbe gegeben hat, so dass wir im Paradies wohnen können, wo immer es uns gefällt.” Wie schön ist also der Lohn derer, die (dafür) vorgesorgt haben. (az-Zumar/39:74)

Allah zu danken ist eine der Eigenschaften von Propheten, Gesandten und der frommen Die- ner Allahs. Allah sagt über den Propheten Nuh – Friede mit ihm:

Über den Propheten Ibrahim – Friede mit ihm – sagt Er:

o ihr Nachkommen derer, die Wir mit Noah trugen! Er war wahrlich ein dankbarer Die- ner.” (al-Isra’/17:3)

Wahrlich, Abraham war ein Vorbild: (er war) gehorsam gegen Allah, lauter im Glau- ben, und er gehörte nicht zu den Götzen- dienern; er war dankbar für Seine Wohlta- ten; Er erwählte ihn und leitete ihn auf den geraden Weg. (an-Nahl/16:120-121)

Lieber Brüder im Glauben! Das Hauptsächliche bei der Dankbarkeit ist, dass man den gütigen Herrn preist und von Seiner Gunst spricht. Allah sagt:

und sprich überall von der Gnade deines Herrn. (al-Isra’/93:11)

Der dankende Mensch wird Allah von Herzen lieben und Taten nach Seinem Wohlwollen vollbringen. Allah spricht im Qur’an die Familie des Propheten David – Friede mit ihm – an, indem Er sagt:

“Wirkt ihr vom Hause Davids in Dankbar- keit.” Und nur wenige von Meinen Dienern sind dankbar. (Saba’/34:13)

Unser Prophet Muhammad – Allahs Heil und Segen auf ihm – sagte: „Liebe Allah vom ganzen Herzen für die Gnaden, mit denen Er dich überschüttet hat.“

’Ai’scha überlieferte, dass der Prophet Allahs – Allahs Heil und Segen auf ihm – sehr lange Nachtgebete verrichtete, bis seine Füße angeschwollen waren. Ich sagte zu ihm: „O Allahs Ge- sandter! Du machst dies, obwohl deine vergangenen und zukünftigen Sünden vergeben worden sind?“ Er antwortete mir: „Soll ich nicht ein dankbarer Diener sein?“ (al-Buchari)

Aus diesem Hadith wird erkenntlich, dass das Vollbringen von rechtschaffenen Taten eine Handlung ist, mit der man seine Dankbarkeit Allah zeigt.

Die Dankbarkeit bringt auch mit sich, dass man die Gaben für Dinge benutzt, die Allah zufrie- den stellen. Wenn der Mensch seine Gliedmaßen in Taten des Gehorsams Allah gegenüber einsetzt, so hat Er Allah für die Gunst, diese Gliedmaßen erhalten zu haben, gedankt. Aber

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wenn er sie nicht für Dinge benutzt, die Allah zufrieden stellen, so hat er Ihm nicht für diese Gaben gedankt, sondern vielmehr Krieg gegen Allah mit Seinen ganzen (von Ihm gegebenen) Gaben geführt.

Wenn ein Muslim sein Vermögen in Dingen ausgibt, die Allah gefallen und darauf hofft, hier- durch Belohnung zu erlangen, so hat er Ihm gedankt, wenn er es jedoch in Sünde gebraucht, so ist er für diesen Segen undankbar geworden.

Wenn ein Muslim die guten und erlaubten Dinge dieser Welt genießt, Allah dafür dankt und sicher weiß, dass diese Gaben von Allah sind, dann hat er seine Pflicht in dieser Hinsicht er- füllt. Sollte er jedoch seinen gütigen Herrn vergessen, so hat er die Gunst dem Verschwinden ausgesetzt.

Allah sagt:

Und Allah gibt das Gleichnis von einer Stadt: Sie genoss Sicherheit und Frieden und wurde reichlich aus allen Orten versorgt; doch sie leugnete die Wohltaten Allahs. Darum ließ Allah sie eine umfassende Not des Hungers und der Furcht kosten für das, was sie (ihre Bewohner) zu tun pflegten. (an-Nahl /16:112)

Wie sehr auch ein Muslim Allah zu danken versucht, so wird dies nicht ausreichend sein, denn Allah sagt:

Und wenn ihr Allahs Wohltaten aufzählen wolltet, würdet ihr sie nicht restlos erfassen können. Wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. (an-Nahl/16:18)

Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – sagte: „Keiner von euch wird das Paradies mit seinen Taten betreten.“ Die Gefährten sagten: „Sogar du, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Sogar ich, außer Allah ist barmherzig mit mir.“

Jedoch ist es für einen Muslim ausreichend, über seine Unfähigkeit, Allah für all Seine Gnaden angemessen zu danken, bewusst zu sein, und dass, selbst wenn er Ihm angemessen danken könnte, so wäre diese Fähigkeit der Dankerweisung an sich ein Segen, für den selbst zu danken wäre. Daher ist es ihm genug, den Befehlen seines Herrn zu gehorchen und von Sünden fern- zubleiben.

Das größte Geschenk, mit dem Allah die Muslime gesegnet hat, ist die Gehorsamkeit Ihm ge- genüber. Wenn ein Muslim daher die Freude hat, dieses Geschenk zu besitzen, sollte er es nicht mit Sünden ruinieren. Vielmehr sollte er eine weitere Tat der Gehorsamkeit vollbringen, denn das Folgen lassen einer guten Tat nach der anderen ist ein Akt der Dankbarkeit und der zusätz- lichen Belohnung.

Liebe Muslime! Es gibt keine Tat der Anbetung, die Allah Seinen Diener als Pflicht auferlegt hat, ohne dass Er freiwillige Taten von gleicher Art bestimmt hat, mit denen ein Muslim Allah näher kommen und mit denen er das Paradies erlangen könnte. Jedes der Gebete, Zakah, Fas-

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ten und Hadsch haben freiwillige Taten gleicher Art, die den Mangel der Pflichttaten wieder- gutmachen können. Wer auch immer im Ramadan fastet und diesen die sechs freiwilligen Tage des Monats Schawwal fastend folgen lässt, wird es so sein, als hätte er ein Menschenleben lang gefastet, so wie dies in einem authentischen Hadith überliefert wird. Das freiwillige Fasten er- höht einen Muslim an Stufe und löscht seine Sünden aus. Ebenso sind freiwillige Gebete, Spenden, Hadsch, Umra und andere Taten auch praktische Handlungen der Dankbarkeit Al- lah gegenüber, mit denen Er Seine Diener reinigt und auf deren Grundlage Er ihnen einen Überfluss an Belohnung gibt.

Liebe Muslime! Wie schön doch eine gute Tat nach der anderen ist! Denn sie ist die Quelle für Allahs Zufriedenheit, Vermehrung der Belohnung und Schutz vor Seiner Strafe.

Und wie schlimm ist eine schlechte Tat nach einer guten! Denn sie erzürnt Allah, vermindert den Lohn oder raubt ihn in seiner Gesamtheit.

Sei deswegen in allen Monaten und Tagen beständig beim Verrichten von Taten, mit denen Allah zufrieden ist. Denn der Gläubige hat keine Pause, bis er seinem Herrn begegnet. Wie erfolgreich doch derjenige ist, der gute Taten vorausschickt, um dem Schrecken am Tage der Auferstehung entgegenzuwirken! Und wie unglücklich doch derjenige ist, der das Jenseits ver- gessen hat und sich den Sünden hingibt!

Allah sagt:

O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah; und eine jede Seele schaue nach dem, was sie für morgen vorausschickt. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist dessen wohl kundig, was ihr tut. (al-Haschr/59:18)

Lieber Muslim! Stehe gerade auf dem Wege Allahs und folge der Sunna deines Propheten. Hü- te dich vor dem Satan, denn er will deine guten Taten zu Nichte machen. Suche bei Allah Schutz, damit Er dir gegen ihn hilft. Versuche ihn zu enttäuschen, indem du gute Taten machst und dich von Sünden fernhältst. Allah sagt:

O ihr, die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und vereitelt nicht eure Werke! (Muhammad/47:33)

Der Gesandte Allahs – Allahs Heil und Segen auf ihm – sagte: „Fürchte Allah, wo immer du auch bist. Lass einer schlechten Tat eine gute folgen, damit sie gelöscht wird, und gehe mit den Menschen gütig um.“

 

Allah Dankbarkeit erweisen

Chutba von

Schaich Ali Ibn Abdur-Rahman al-Hudhayfi Medina, 9. Schawwal 1423 (13. Dezember 2002)

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Aus dem Englischen von: Umm Imran

Die Qualität der Übersetzung variiert entsprechend der Vorlage. Fehler sind daher nicht aus- geschlossen im Vergleich zum Original, falls die Übersetzung einer Übersetzung verwendet wurde!

Haftungsauschluss:

Salaf.de hat sich selbst verpflichtet, authentisches Wissen über den Islam zu publizieren. Hierbei ist es unumgänglich über gewisse Praktiken eines islamischen Staates mit islamischer Gesetzgebung zu sprechen, die im Widerspruch zur hiesigen Ordnung stehen. Die Darstellung solcher Inhalte ist keinesfalls als Aufruf zur Umsetzung, sondern nur als Aufklärung über die islamische Sichtweise zu verstehen.

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Alles Lob gebührt Allah, dem Herr der Welten. Möge der Frieden und der Segen Allahs auf dem Gesandten, seiner Familie und seinen Gefährten sein.

Liebe Muslime! Der Dank an Allah für Seine unzähligen Gaben ist eine der verbindlichsten Pflichten. Allah sagt:

Auch sagt Er:

Und Wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen – seine Mutter trug ihn in Schwäche über Schwäche, und seine Entwöhnung erfordert zwei Jahre -: “Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist die Heimkehr. (Luqman/31:14)

so gedenkt also Meiner, damit Ich euer ge- denke; und seid Mir dankbar und verleugnet Mich nicht. (al-Baqara/2:152)

Die größte Tat der Dankbarkeit ist an Allah zu glauben, die Pflichten der Anbetung zu erfüllen und sich von verbotenen Dingen fernzuhalten.

Die größte Tat der Undankbarkeit ist die Leugnung der Botschaft, mit der der Prophet – Allahs Heil und Segen – kam, indem man sich vom Iman (wahrer Glaube) abwendet, die Pflichten verlässt und Sünden begeht. Diesen folgt dann die Undankbarkeit anderen Gnaden gegenüber.

Dankbarkeit zu zeigen bringt eine große Belohnung mit sich. Allah bewahrt damit die Men- schen vor der Bestrafung und hält unerwünschte Dinge von ihm fern. Er sagt:

Auch sagt Er:

Was wird Allah aus eurer Bestrafung ma- chen, wenn ihr dankbar seid und glaubt? Und Allah ist Dankend, Allwissend. (an-Nisa’/4:147)

Das Volk Lots verleugnete die Warner. Da sandten Wir einen Steinregen über sie; aus- genommen (davon war) die Familie Lots, die Wir vor dem Morgengrauen erretteten als eine Gnade von Uns. So belohnen Wir den, der dankbar ist. (al-Qamar/54:33-35)

Durch die Dankbarkeit steigen die Gaben, und sie werden bewahrt. Allah sagt:

Und da kündigte euer Herr an: “Wenn ihr dankbar seid, so will Ich euch wahrlich mehr geben; seid ihr aber undankbar, dann ist Meine Strafe wahrlich streng.” (Ibrahim/14:7)

Wenn die dankenden Menschen ihre Belohnung und das erfreuliche Leben des Paradieses se- hen, werden sie sagen:

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Sie werden sagen: “Alles Lob gebührt Allah, Der Seine Verheißung an uns erfüllt hat und uns die (Paradies-) Landschaft zum Erbe gegeben hat, so dass wir im Paradies wohnen können, wo immer es uns gefällt.” Wie schön ist also der Lohn derer, die (dafür) vorgesorgt haben. (az-Zumar/39:74)

Allah zu danken ist eine der Eigenschaften von Propheten, Gesandten und der frommen Die- ner Allahs. Allah sagt über den Propheten Nuh – Friede mit ihm:

Über den Propheten Ibrahim – Friede mit ihm – sagt Er:

o ihr Nachkommen derer, die Wir mit Noah trugen! Er war wahrlich ein dankbarer Die- ner.” (al-Isra’/17:3)

Wahrlich, Abraham war ein Vorbild: (er war) gehorsam gegen Allah, lauter im Glau- ben, und er gehörte nicht zu den Götzen- dienern; er war dankbar für Seine Wohlta- ten; Er erwählte ihn und leitete ihn auf den geraden Weg. (an-Nahl/16:120-121)

Lieber Brüder im Glauben! Das Hauptsächliche bei der Dankbarkeit ist, dass man den gütigen Herrn preist und von Seiner Gunst spricht. Allah sagt:

und sprich überall von der Gnade deines Herrn. (al-Isra’/93:11)

Der dankende Mensch wird Allah von Herzen lieben und Taten nach Seinem Wohlwollen vollbringen. Allah spricht im Qur’an die Familie des Propheten David – Friede mit ihm – an, indem Er sagt:

“Wirkt ihr vom Hause Davids in Dankbar- keit.” Und nur wenige von Meinen Dienern sind dankbar. (Saba’/34:13)

Unser Prophet Muhammad – Allahs Heil und Segen auf ihm – sagte: „Liebe Allah vom ganzen Herzen für die Gnaden, mit denen Er dich überschüttet hat.“

’Ai’scha überlieferte, dass der Prophet Allahs – Allahs Heil und Segen auf ihm – sehr lange Nachtgebete verrichtete, bis seine Füße angeschwollen waren. Ich sagte zu ihm: „O Allahs Ge- sandter! Du machst dies, obwohl deine vergangenen und zukünftigen Sünden vergeben worden sind?“ Er antwortete mir: „Soll ich nicht ein dankbarer Diener sein?“ (al-Buchari)

Aus diesem Hadith wird erkenntlich, dass das Vollbringen von rechtschaffenen Taten eine Handlung ist, mit der man seine Dankbarkeit Allah zeigt.

Die Dankbarkeit bringt auch mit sich, dass man die Gaben für Dinge benutzt, die Allah zufrie- den stellen. Wenn der Mensch seine Gliedmaßen in Taten des Gehorsams Allah gegenüber einsetzt, so hat Er Allah für die Gunst, diese Gliedmaßen erhalten zu haben, gedankt. Aber

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wenn er sie nicht für Dinge benutzt, die Allah zufrieden stellen, so hat er Ihm nicht für diese Gaben gedankt, sondern vielmehr Krieg gegen Allah mit Seinen ganzen (von Ihm gegebenen) Gaben geführt.

Wenn ein Muslim sein Vermögen in Dingen ausgibt, die Allah gefallen und darauf hofft, hier- durch Belohnung zu erlangen, so hat er Ihm gedankt, wenn er es jedoch in Sünde gebraucht, so ist er für diesen Segen undankbar geworden.

Wenn ein Muslim die guten und erlaubten Dinge dieser Welt genießt, Allah dafür dankt und sicher weiß, dass diese Gaben von Allah sind, dann hat er seine Pflicht in dieser Hinsicht er- füllt. Sollte er jedoch seinen gütigen Herrn vergessen, so hat er die Gunst dem Verschwinden ausgesetzt.

Allah sagt:

Und Allah gibt das Gleichnis von einer Stadt: Sie genoss Sicherheit und Frieden und wurde reichlich aus allen Orten versorgt; doch sie leugnete die Wohltaten Allahs. Darum ließ Allah sie eine umfassende Not des Hungers und der Furcht kosten für das, was sie (ihre Bewohner) zu tun pflegten. (an-Nahl /16:112)

Wie sehr auch ein Muslim Allah zu danken versucht, so wird dies nicht ausreichend sein, denn Allah sagt:

Und wenn ihr Allahs Wohltaten aufzählen wolltet, würdet ihr sie nicht restlos erfassen können. Wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig. (an-Nahl/16:18)

Der Prophet – Allahs Heil und Segen auf ihm – sagte: „Keiner von euch wird das Paradies mit seinen Taten betreten.“ Die Gefährten sagten: „Sogar du, o Gesandter Allahs?“ Er sagte: „Sogar ich, außer Allah ist barmherzig mit mir.“

Jedoch ist es für einen Muslim ausreichend, über seine Unfähigkeit, Allah für all Seine Gnaden angemessen zu danken, bewusst zu sein, und dass, selbst wenn er Ihm angemessen danken könnte, so wäre diese Fähigkeit der Dankerweisung an sich ein Segen, für den selbst zu danken wäre. Daher ist es ihm genug, den Befehlen seines Herrn zu gehorchen und von Sünden fern- zubleiben.

Das größte Geschenk, mit dem Allah die Muslime gesegnet hat, ist die Gehorsamkeit Ihm ge- genüber. Wenn ein Muslim daher die Freude hat, dieses Geschenk zu besitzen, sollte er es nicht mit Sünden ruinieren. Vielmehr sollte er eine weitere Tat der Gehorsamkeit vollbringen, denn das Folgen lassen einer guten Tat nach der anderen ist ein Akt der Dankbarkeit und der zusätz- lichen Belohnung.

Liebe Muslime! Es gibt keine Tat der Anbetung, die Allah Seinen Diener als Pflicht auferlegt hat, ohne dass Er freiwillige Taten von gleicher Art bestimmt hat, mit denen ein Muslim Allah näher kommen und mit denen er das Paradies erlangen könnte. Jedes der Gebete, Zakah, Fas-

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ten und Hadsch haben freiwillige Taten gleicher Art, die den Mangel der Pflichttaten wieder- gutmachen können. Wer auch immer im Ramadan fastet und diesen die sechs freiwilligen Tage des Monats Schawwal fastend folgen lässt, wird es so sein, als hätte er ein Menschenleben lang gefastet, so wie dies in einem authentischen Hadith überliefert wird. Das freiwillige Fasten er- höht einen Muslim an Stufe und löscht seine Sünden aus. Ebenso sind freiwillige Gebete, Spenden, Hadsch, Umra und andere Taten auch praktische Handlungen der Dankbarkeit Al- lah gegenüber, mit denen Er Seine Diener reinigt und auf deren Grundlage Er ihnen einen Überfluss an Belohnung gibt.

Liebe Muslime! Wie schön doch eine gute Tat nach der anderen ist! Denn sie ist die Quelle für Allahs Zufriedenheit, Vermehrung der Belohnung und Schutz vor Seiner Strafe.

Und wie schlimm ist eine schlechte Tat nach einer guten! Denn sie erzürnt Allah, vermindert den Lohn oder raubt ihn in seiner Gesamtheit.

Sei deswegen in allen Monaten und Tagen beständig beim Verrichten von Taten, mit denen Allah zufrieden ist. Denn der Gläubige hat keine Pause, bis er seinem Herrn begegnet. Wie erfolgreich doch derjenige ist, der gute Taten vorausschickt, um dem Schrecken am Tage der Auferstehung entgegenzuwirken! Und wie unglücklich doch derjenige ist, der das Jenseits ver- gessen hat und sich den Sünden hingibt!

Allah sagt:

O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah; und eine jede Seele schaue nach dem, was sie für morgen vorausschickt. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist dessen wohl kundig, was ihr tut. (al-Haschr/59:18)

Lieber Muslim! Stehe gerade auf dem Wege Allahs und folge der Sunna deines Propheten. Hü- te dich vor dem Satan, denn er will deine guten Taten zu Nichte machen. Suche bei Allah Schutz, damit Er dir gegen ihn hilft. Versuche ihn zu enttäuschen, indem du gute Taten machst und dich von Sünden fernhältst. Allah sagt:

O ihr, die ihr glaubt, gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und vereitelt nicht eure Werke! (Muhammad/47:33)

Der Gesandte Allahs – Allahs Heil und Segen auf ihm – sagte: „Fürchte Allah, wo immer du auch bist. Lass einer schlechten Tat eine gute folgen, damit sie gelöscht wird, und gehe mit den Menschen gütig um.“

 


 

Schaich Ali Ibn Abdur-Rahman al-Hudhayfi Medina, 9. Schawwal 1423 (13. Dezember 2002)

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Aus dem Englischen von: Umm Imran

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