Das Gebet im Islam

Alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen. Wen Allah rechtleitet, den kann keiner in die Irre führen und wer in die Irre geht, für den gibt es keinen der ihn rechtleiten kann.

Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt der das Recht hat angebetet zu werden außer Allah und ich bezeuge, dass Muhammed (s.a.w) sein Diener und Gesandter ist.

 

TEIL 1

Meine lieben Brüder und Schwestern im Islam,

wenn wir den Qur’an öffnen und mit dem Lesen von Suratu Al-Baqara beginnen, der ersten Sura im Qur’an nach Sura Al-Fatiha, ist das erste, was Allah uns sagt, dass er die Gläubigen lobt. Wer sind die Gläubigen? Allah beschreibt sie:

“Die an das Verborgene glauben und das Gebet verrichten…“

– Kapitel 2, Vers 3

Wir glauben an den Qur’an als das Wort Allahs und wir glauben an das, was der Qur’an uns sagt. Wir glauben an das Verborgene, welches wir mit unseren eigenen Augen nicht sehen können. Sobald wir glauben, ist der nächste Schritt, den wir tun müssen, diesen Glauben in unseren Taten zu zeigen, vor allem durch das Gebet.

Dies ist die erste Aussage über eine Tat, die die Gläubigen getan haben und wodurch der Qur’an sie beschreibt. Sie glauben und dann verrichten sie das Gebet. Das Gebet ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Religion. Es ist so wichtig, dass es nicht nur für die Religion Muhammads (s.a.w) bestimmt ist, sondern für alle Propheten, die vor unserem geliebten Propheten (s.a.w) kamen, die nämlich auch das Gebet verrichteten.

 

Habt ihr euch jemals Gedanken gemacht über das Wunder, wie das Gebet im Islam zur Pflicht gemacht wurde? In dieser Reise von Al-Isra’ wa’l-Mi’raj rief Allah den Propheten (s.a.w) zu Ihm und es gab keinen Vermittler. Der Prophet (s.a.w) stieg alle Himmel hinauf. Er traf so viele Propheten an und er stieg eine Ebene höher als die Propheten und sogar eine Ebene höher als einige der Engel, höher als der Engel Jibril  (a.s), bis er direkt mit Allah sprach. Und es gab keinen Vermittler zwischen ihnen. Das ist der Zeitpunkt, als Allah das Gebet zur Pflicht machte. Was machte Er zur Pflicht? 50 Gebete am Tag! 50 Gebete am Tag machte Allah zur Pflicht. Als der Prophet Muhammad (s.a.w) hinab stieg, kam er an Musa (s.a.w) vorbei. Der Prophet Musa war derjenige, der ihm sagte: „Oh Muhammad, deine Anhänger werden nicht in der Lage sein, fünfzig Mal am Tag zu beten. Ich schwöre bei Allah, dass ich schon Menschen vor deiner Zeit geprüft habe. So gehe zurück zu deinem Herrn und bitte Ihn, es für deine Anhänger leichter zu machen.“

So begann unser geliebter Prophet (s.a.w) eine Serie im Aufsteigen und Hinabsteigen. Jedes Mal wurde das Gebet auf einen bestimmten Umfang verringert, bis Allah schließlich 5 Gebete bestimmt hat. So sagte Allah: “Es besteht aus 5, doch ist es gleichwertig mit 50. Ich ordere euch 5 Gebete am Tag an, aber ihr bekommt die Belohnung von 50 dafür.“

Das ist die Gesetzgebung, die Schari’ah unserer Religion des Islam; 5 mal am Tag beten pro Tag. Keinem anderen Befehl, keinem anderen Gesetz wurde solch ein Rang gegeben, nichts wurde für so wichtig gehalten, dass unser Prophet (s.a.w) zu Allah gerufen wurde, um diesen wichtigen Befehl zu erhalten.

Im Quran erinnert uns Allah an den Sinn unseres Lebens. Wir sind erschaffen worden, damit wir Allah dienen, Ihn anbeten. Und das Gebet gehört dazu! Allah sagt:

„Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen (sollen).“

– Kapitel 51, Vers 56

Das ist der Sinn unserer Erschaffung, Ihn anzubeten. Und das Gebet ist die beste Art der Anbetung.
Das ist der Grund, warum es zahlreiche Verse, fast 60 Verse im Qur’an, gibt, in denen Allah uns dazu aufruft, das Gebet zu verrichten. Allah sagt uns nicht nur, dass wir beten sollen, sondern das Gebet verrichten sollen, was bedeutet, dass wir es beständig und genau verrichten sollen, es verrichten sollen, weil es uns befohlen wurde. Und wir verrichten es als eine regelmäßige Angewohnheit. Allah sagt:

“…wahrlich das Gebet zu bestimmten Zeiten ist für die Gläubigen eine Pflicht.“

– Kapitel 4, Vers 103

Zu bestimmten Zeiten wurde es zur Pflicht gemacht und das ist der Grund, warum das Gebet die meist gesegnete Tat im Islam ist. Seine Wichtigkeit kann nicht genug betont werden. Denn es gibt nach dem Glaubensbekenntnis, dem Bekenntnis von La ilaha illa Allah, Muhammadan RasulAllah keine wichtigere Tat als das Gebet. Es ist die zweite Säule des Islam. Denkt darüber nach!

 

Wie ist dann der Fall von jenem, der diese Säulen nicht besitzt? Und das ist der Grund, warum der Prophet Muhammad (s.a.w) in einem Hadith stark betonte, dass jener, der nicht betet, in Wirklichkeit wie jemand ist, der keinen Glauben hat. In einem Hadith, der von Sahih Muslim berichtet wird, sagt der Prophet (s.a.w): “Zwischen einer Person und dem Kufr und dem Shirk steht das Gebet.”

Wer auch immer das Gebet unterlässt, ist so als hätte er Kufr (Unglaube) begangen. Dies ist ein Hadith in Sahih Muslim, in dem der Prophet (s.a.w) betont, dass das Unterlassen des Gebets eine Art von Unglaube sein kann.

In einem anderen Hadith betonte er: „Der Vertrag zwischen mir und den Muslimen, ist das Gebet. Wer es unterlässt, hat gewiss Kufr (Unglaube) begangen.“

Das ist der Grund, warum das Gebet ein Zeichen von Glaube ist. Es ist ein deutliches Zeichen, dass jener, der betet, etwas Glauben an Allah hat. Und es ist ein Zeichen, dass jener, der nicht betet – wir suchen Zuflucht bei Allah davor – keinen oder nur sehr wenig Glauben an Allah in seinem Herzen trägt.

Wie zeigen wir unseren Glauben zu Allah? Wir zeigen ihn in unseren Taten. Die erste und wichtigste dieser Taten ist das Gebet. Allah sagt im Qur’an, dass einige der Bewohner des Paradieses die Bewohner des Feuers fragen werden:

“Was hat euch in Saqar gebracht?”

– Kapitel 74, Vers 42

Die erste Sache, die sie sagen werden, folgendes ist: Sie sagen:

“Wir waren nicht bei denen, die beteten…”

– Kapitel 74, Vers 43

Der Grund Nummer 1, warum wir hier (im Höllenfeuer) sind, ist, weil wir nicht unter jenen waren, die beteten.

 

TEIL 2

 

Das Gebet, meine lieben Geschwister im Islam, ist die erste Angelegenheit, nach der uns Allah am Tag der Abrechnung fragen wird. Sobald wir aus unseren Gräbern auferweckt werden, wird die erste Angelegenheit, für die wir zur Rechenschaft gezogen werden, die 5 Gebete sein. Wenn die Gebete in Ordnung sind, wie der Prophet (s.a.w) sagte, wenn die Gebete zur rechten Zeit verrichtet wurden und alles gut ist, dann wird der Rest beschönigt werden. Der Rest der Taten wird in Ordnung sein. Aber wenn das Gebet nicht in Ordnung ist, was denkt ihr, was mit dem Rest der Taten passieren wird?

In einem Hadith überliefert bei Ibn Majah und in anderen Hadith-Werken sagte der Prophet Muhammad: „5 Gebete sind es, die Allah Seinen Dienern vorgeschrieben hat. Wer sie zur rechten Zeit verrichtet, hat ein Versprechen von Allah, dass Allah ihn ins Paradies eingehen lässt. Und wer dies nicht tut, wer diese Gebete nicht verrichtet, der hat kein Versprechen von Allah.

Oh ihr Muslime, habt ihr jemals über die letzten Sorgen nachgedacht, die aus dem Mund unseres geliebten Propheten(s.a.w) kamen? Was war sein letzter Rat, den er der Ummah gab? Es wird authentisch in Sahih Al-Bukhari überliefert, dass, als der Prophet (s.a.w) im Schoß seiner Frau Aischa (r.a) lag und nur noch wenige Sekunden zu leben hatte, die letzten Worte, die er seiner Ummah riet, bevor seine Seele genommen wurde “As-Salah (Das Gebet)” war. Er (s.a.w) sagte: „Bewahrt das Gebet, bewahrt das Gebet.“

Dies waren die letzten Worte, die er seiner Ummah riet. Der letzte Befehl, den er im Totenbett gab. In seinen letzten Atemzügen erinnert er seine Ummah an die Wichtigkeit des Gebets.

Das Leben ist kurz und Allah wird mit Sicherheit bewirken, dass das Leben von jedem von uns auf dieser Erde sein Ende hat. Dann wird Er uns auferwecken und uns befragen, was wir getan haben mit unserem Leben. Wenn wir nicht einmal das Gebet verrichtet haben, was das Minimum des Islams ist, was wollen wir dann Allah sagen? Mit welcher Entschuldigung wollen wir Allah begegnen? Fürchtet Allah! Bemüht euch, Sein Paradies zu erlangen! Verrichtet das Gebet, gebt Zakah, fastet den Monat Ramadan und lebt euer Leben als gute Muslime und mit Allah’s Erlaubnis werdet ihr dann die Belohnung des Diesseits und die Belohnung des Jenseits erlangen.

Möge Allah uns zu jenen machen, die ihre Gebete verrichten und zu jenen zu machen, die Er liebt.

 

 

Ein Teil von einem Vortrag von Dr. Yasr Qadhi. Der Vortrag wurde von Schwester Umm Rumman aus dem Englischen übersetzt.

Überarbeitet von Way-to-Allah e.V. und freitagspredigt.de

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