Die Trägheit

Man sieht manch einen, der sehr aktiv ist als Muslim, viel Gutes tut, sich immer bemüht alle im Guten zu überholen – niemand soll bessere Taten vor Allah haben als er, er ist schlichtweg sehr motiviert! Er ist jemand der Faulheit nicht zulässt…aber plötzlich überkommt es ihn, er wird träge, faul, seine Gottesdienste werden weniger, er wendet sich niederen, diesseitigen Angelegenheiten und Vergnügungen immer mehr zu – an diesen Fall wollen wir heute erinnern!

Die Gründe dafür:

– Das Gedenken Allahs vernachlässigen: Dies ist eine zentrale Ursache für die Faulheit in den Gottesdiensten und dem Gehorsam gegenüber Allah. Allah sagt: „Seid nicht wie diejenigen, die Allah vergaßen, worauf hin Er sie sich selbst vergessen
ließ. Dies sind die Frevler!“

– Übertreibung im Gottesdienst: Der Gläubige soll so viel an Gottesdiensten tun, wie ihm möglich ist, ohne dass er irgendwann die
Nase voll hat. Abdullah Ibn Amru Ibn al ´Aas sagte: “Der Gesandte (sas) sagte zu mir: „Amru, mir wurde berichtet, dass du tagsüber fastest und nachts betest. Stimmt das?“ Ich sagte: „Ja, Gesandter Allahs.“ Er erwiderte: „Mach das nicht. Faste und iss, bete und schlaf – denn du hast eine Verantwortung gegenüber deinem Körper, eine Verantwortung gegenüber deinem Auge, eine Verantwortung gegenüber deiner Frau, eine Verantwortung gegenüber deinen Gästen. Es soll dir genug sein, wenn du jeden Monat drei Tage fastest. Denn jede gute Tat wird von der Belohnung her verzehnfacht. So wird es sein, als hättest du dein ganzes Leben gefastet.“ (…) Ich sagte: „Ich habe genug Kraft, um mehr zu machen.“ Er sagte: „Dann faste das Fasten des Propheten David, und mache nicht mehr als das. (d.h. alle zwei Tage fasten).“ Als ich älter geworden war, sagte ich: „Oh hätte ich doch die Erleichterung des Propheten angenommen.“

 Bestimmten Einzelpersonen folgen und sich von ihnen abhängig machen: Vielleicht nimmt man sich eine Person zum Vorbild, folgt ihr in dem was sie tut und schließt sich ihr in allem an – wenn sie einen Fehler macht, dann macht man ihn auch. Und das ist das Problem! Denn wer lebt, kann immer in Versuchung geraten. Der Lebendige ist vor der Fitna nicht sicher. Und so sagte Abdullah Ibn Masud: „Wer von euch jemandem folgen will, der soll sich die zum Vorbild nehmen, die gestorben sind. Dies sind die Gefährten von Muhammad (sas), die besten dieser Ummah– sie waren die mit den reinsten Herzen, dem tiefgründigsten Wissen, eine Gruppe von Menschen, die Allah als Freunde und Wegbegleiter des Propheten auserwählt hat und dafür die Religion weiter zu geben. Ahmt ihr Verhalten nach und ahmt ihren Weg nach. Denn sie waren auf dem geraden Weg.“

– Sich von der Dunya und ihrem Schmuck abhängig machen: Dies gehört zu den gefährlichsten Ursachen: sich der Dunya zuzuwenden, mitsamt ihren Genüssen. Allah sagt: „Oh ihr Menschen, habt Taqua vor eurem Herrn und fürchtet euch vor einem Tag, an dem weder ein Vater etwas für sein Kind, noch ein Kind etwas für seinen Vater begleichen kann. Gewiss, Allahs Versprechen ist wahr. So soll euch das diesseitige Leben nicht täuschen, und nicht täuschen soll euch in Bezug auf Allah der Täuscher.“ Der Prophet Muhammad (sas) sagte: „Wessen Sorge das Diesseits ist, dem wird Allah seine Angelegenheiten durcheinander kommen lassen, und ihn die Armut immer vor sich haben lassen, und vom Diesseits wird ihm nichts zuteilwerden, außer was Allah für ihn geschrieben hat!“ Abu Darda ist zu den Leuten von Asch-Schaam gekommen und sah, dass sie luxuriös lebten. Da sagte er zu ihnen: „Wie kommt es, dass ich euch sammeln sehe, was ihr nicht mitnehmen werdet, baut was ihr nicht bewohnen werdet und euch Hoffnungen macht, die nicht erfüllt werden? Die Völker vor euch haben auch gespart und sich sicher gefühlt, aber es dauerte nicht lange bis ihr Erspartes weg war und ihre Hoffnungen in Luft aufgelöst und ihre Bauten Gräber.“ Da fingen die Leute an zu weinen, dass man ihre Stimmen außerhalb der Moschee noch hörte.

– Wenig an den Tod und das Jenseits zu denken: Allah sagt: „Diejenigen nun, die nicht die Begegnung mit Uns erwarten und mit dem diesseitigen Leben zufrieden sind und darin Ruhe finden, und die gegenüber Unseren Zeichen unachtsam sind, deren Zufluchtsort wird das Feuer sein für das, was sie erworben haben.“ As-Sadi kommentiert diesen Vers: „Sie haben sich ihr (der Dunya) zugewendet, und sie zu ihrem Ziel und ihrem eigentlichen Zweck gemacht. Sie sind den Genüssen und Verlockungen verfallen, haben versucht sie zu erreichen und jedes Mittel war ihnen recht. Ihre Absichten, ihr Wille, ihre Gedanken waren auf sie ausgerichtet, als wären sie dafür erschaffen worden immer in ihr zu verbleiben.“ Diese Leute verhalten sich als wäre die Dunya nicht nur eine Durchgangsstation, auf der sich der Reisende mit Proviant versorgt, um sein eigentliches Ziel gut zu erreichen, zu dem die Ersten und die Letzten unterwegs sind. „..die gegenüber unseren Zeichen unachtsam sind….“: sie ziehen keinen Nutzen aus den Quranversen, und das Abwenden vom Beweis bedeutet zwingend das eigentliche Abwenden und die
Unachtsamkeit bezüglich des Beabsichtigten.

Früchte des Durchhaltens auf dem Weg:

– Kein Grund zur Trauer bei Krankheit oder Reise…denn deine regelmäßig verrichteten Taten werden dir weiterhin angerechnet!
Der Prophet Muhammad (sas) sagte: „Wenn ein Diener krank wird oder verreist, dann wird ihm das als Belohnung angerechnet, was er zu tun pflegte, als er gesund und zuhause war.“ (Buchari) Dies bezieht sich auf den, der regelmäßig eine bestimmte Tat verrichtet hat und dann davon
abgehalten wird, wobei er die Absicht hatte diese Tat weiterhin zu verrichten. Der Prophet Muhammad (sas): „Der Diener, der regelmäßig einen bestimmten Teil der Nacht betet, und dann eine Nacht verschläft, dem wird trotzdem die Belohnung verbucht und sein Schlaf ist ein Geschenk für ihn.“ (An Nisaai)

– ein gutes Ende haben: Ibn Kathir sagte: „Allah der Großzügige hat es zu einer Regel gemacht, dass wer auf eine bestimmte Art lebt auch auf diese Art sterben wird, und wer auf eine Art stirbt, wird auch so auferweckt werden. Wer also ein Leben des Gehorsams lebt, den wird Allahs Großzügigkeit davor bewahren, auf einer Sünde zu sterben. Als ein Mann während der Haj mit dem Propheten Muhammad (sas) von einem Kamel getreten wurde und dann starb, da sagte der Prophet: „Beerdigt ihn in seiner Hajj-Kleidung, denn am Tag der Auferstehung wird er als Mulabbi auferweckt werden.“ Der Prophet Muhammad (sas) sagte: „Wenn Allah einem Diener Gutes will, dann nutzt Er ihn.“ Da
wurde er gefragt: „Was heißt das `nutzen´?“ „Es heißt, dass Er ihm den Erfolg gibt eine gute Tat zu tun und dann wird Er ihn dabei zu sich zurückholen.“ (Tirmidhi, sahih) Das ist, wie Allah dich nutzt: Er lässt dich Gutes tun, bis Er dich während einer guten Tat sterben
lässt, und dich so wieder auferstehen lässt.

– Allahs Liebe wird dir zuteil: In einem Hadith Qudsi sagt Allah: “Mein Diener kann sich mir mit nichts Besserem nähern als das,
was Ich ihm zur Pflicht gemacht habe. Und mein Diener fährt fort freiwillige gute Taten zu vollziehen, bis Ich ihn liebe. Wenn Ich ihn liebe, dann bin Ich sein Gehör mit dem er hört, sein Auge mit dem er sieht, seine Hand mit der er greift, sein Bein mit dem er läuft – und wenn er Mich etwas bittet, dann werde Ich es ihm ganz gewiss geben, und wenn er meine Hilfe erfleht, dann werde ich ihm ganz gewiss helfen.“

– Der Shaytan hat die Nase voll von dir: Wenn der Shaytan dich einmal rechts, einmal links, einmal gut, einmal schlecht sieht, dann wird er
alles investieren, um dich ganz vom Weg abzubringen. Wenn du aber immer auf dem geraden Weg bleibst und dich von ihm überhaupt nicht beirren lässt, dann wird er dir nichts antun und nichts antun können, denn Allah sagt: „Über meine (wirklichen) Diener hast du keine Macht, und Allah reicht aus als Sachwalter.“

– Du bringst deinem Nafs bei, sich um angemessene, edle Dinge zu kümmern: Der Prophet Muhammad (sas) sagt: „Allah liebt die edlen Angelegenheiten und er verabscheut die niederen.“ strahlende Beispiele für das Durchhalten auf dem Weg der guten Taten:

 Muhammad Al Fatih
Nach der Eroberung von Konstantinopel wollten die Sieger 2 Raka Dankgebet (Shukr) beten.
Al Fatih befahl: „Imam bei diesem Gebet darf nur ein Mann sein, der noch nie das Fajr in Jamaah
verpasst hat, seit er denken kann.“ Sie fanden niemand in der ganzen Armee, unter den Generälen,
Richtern oder Soldaten. Da fragte der Sultan: „Kennt ihr niemanden, auf den es zutrifft?“ Sie
antworteten: „Nein.“ Sultan Al Fatih antwortete: „Bei Allah, ich wollte das eigentlich als Geheimnis
zwischen mir und Allah behalten, aber da ich nicht will, dass das Gebet an solch einem Tag nicht
verrichtet wird, und ich mein Wort nicht brechen will – ich schwöre bei Allah, dass ich niemals Fajr
in der Gemeinschaft verpasst habe seit ich denken kann.“
Allahu Akbar!
So, liebe Geschwister, sieht eine hohe Motivation aus, und so wird die Ummah zum Sieg geführt.
Wenn der mächtigste Herrscher der Welt demütig vor Allah ist, dann wird der Herr aller Welten die
Hilfe und den Sieg bringen.

 Bilal
Der Prophet Muhammad (sas) sagte: „Bilal, welche Tat lässt dich am meisten hoffen? Denn ich habe
deine Schritte im Paradies gehört.“ Und in einer anderen Überlieferung: „….Denn ich habe deine
Schritte vor mir im Paradies gehört.“ Allahu akbar! Was hat Bilal dazu gebracht? Sein erfolgreiches
Durchhalten auf dem Weg der guten Taten. Denn Bilal entgegnete: „Die Tat, die mich am meisten
hoffen lässt ist, dass ich immer wenn ich Wudu mache oder mich reinige, dann bete ich im Anschluss
zwei Raka.“
In einer anderen Überlieferung entgegnete Bilal: „Ich habe jedes Mal, wenn ich mich gereinigt habe,
gebetet, was Allah für mich geschrieben hat.“
Der Gläubige hat die Eigenschaft seine Taten immer als gering anzusehen. Egal was er getan hat.
Denn sie werden nicht einmal ausreichen, um Allah für die Gnaden und Geschenke der Sinne zu
danken, die er gegeben hat. Man wird Allah nie gerecht werden.
Die Aufrichtigen sehen ihre Taten als gering, sie haben das Gefühl nichts getan zu haben, egal
wieviel sie geleistet haben. So werden sie nie stolz oder hochmütig wegen ihrer Taten.
Keiner kommt ins Paradies durch seine Taten, nicht mal Ibrahim Khalil Arrahman sas und Ismail sas
– nur durch Seine Barmherzigkeit.
Die Sahabah, trotz ihrer Vorbildlichkeit, ihrem Vorzug gegenüber allen Muslimen, ihren
herausragenden Leistungen, haben sich immer selbst Vorwürfe gemacht, ihren Nafs getadelt.
„Und ich spreche mich selbst / meinen Nafs nicht frei, wahrlich der Nafs befiehlt mit Nachdruck das
Schlechte, außer mein Herr erbarmt sich. Mein Herr ist vergebend, barmherzig.“
Und Umar fragte Hudhaifah: „Bin ich von diesen (Al-Munafiqin) oder hat Muhammad sas bei dir
meinen Namen genannt?“
Muhammad Ibn Uasi´: Wenn die Sünden einen Geruch hätten, dann würde keiner mehr neben mir
aushalten vor Gestank.“
Und auch: „Entweder Allahs Vergebung oder das Feuer.“
Ein anderer weinte bis sein Bart tropfte: „Ich habe Leute gesehen, vor denen bin ich nichts als ein
Dieb.“
Was tun, um der Trägheit und Faulheit abzuhelfen?

 Dua, dass Allah einem Durchhaltevermögen auf dem Weg gibt
Allah sagte: „Bittet mich, ich werde euch erhören. Die, die zu hochmütig sind mich anzubeten
werden erniedrigt ins Höllenfeuer eingehen“
Anas überlieferte, dass der Prophet Muhammad sas oft sagte: „Oh, der du die Herzen drehst und
wendest, festige unsere Herzen auf deiner Religion.“ Ich fragte: „Wir glauben an dich und an das,
was du verkündest. Sorgst du dich um uns?“ „Ja. Die Herzen sind zwischen zwei Fingern des
Allerbarmers, er dreht sie wie er will.“

 rechtschaffene Freunde
Der Prophet Muhammed sas sagte: „Der Mensch nimmt die Lebensweise seines besten Freundes an,
deswegen soll jeder schauen, wen er zum besten Freund nimmt.“
Der Prophet Muhammed sas sagte auch: „Freunde dich mit niemandem an, es sei denn er ist gläubig
und lass niemanden dein Essen verspeisen, es sei denn er ist taqi.“

 viel Dhikr machen und Istighfar
„gedenket Allahs häufig, auf das ihr erfolgreich sein möget“
Beduine zu Muhammad sas: „Die Gesetze und Regeln des Islam sind mir zu viel geworden, sag mir
etwas woran ich mich halten kann.“ Der Prophet Muhammed sas anwortete: „Deine Zunge soll
immer feucht sein vom Dhikr.“ Daraus folgt: immer Dhikr machen.
Der Prophet Muhammed sas bezeichnete Dhikr als beste Tat, von Allah mehr geliebt als Gold und
Silber spenden und Jihad kämpfen.
Der Prophet Muhammed sas sagte: „Ich schwöre euch, ich bitte Allah 100 mal am Tag um Vergebung
und kehre bereuend zu ihm zurück.“

 sich durch das Ende derer ermahnen lassen, die träge geworden sind
Viele Leute waren auf dem richtigen Weg, sind aber wieder davon abgekommen. Ihre schreckliche
Entwicklung zu betrachten ist eine Ermahnung für das Herz: „Gewiss, diejenigen die sich abgekehrt
haben, nachdem ihnen die Rechtleitung klar geworden ist, denen hat der Shaytan etwas eingeredet
und Hoffnung auf Aufschub gemacht.“

 Gedenken an den Tag der Auferstehung und die Belohnung durch Allah
Für rechtschaffene Diener wurde eine Belohnung durch Allah vorbereitet.
Das Wissen über die zu erwartenden Strafen und Qualen für die Ungläubigen und Schlechten
(Al 3asin) bewegt im Herzen einen starken Willen, um zu Allah zurückzukehren.

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